Autohandel muss dringend wieder öffnen!

[09.02.2021] Der Landesverband des Kraftfahrzeugegewerbes wendet sich erneut an die Landesregierung und macht auf die bedrohliche Lage in den Autohäusern im Kraftfahrzeuggewerbe Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam.

In dem Schreiben an die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heißt es, dass viele Händler dem enormen Kostendruck ohne Einnahmen aus dem Fahrzeugverkauf nicht mehr lange standhalten. Der Fahrzeughandel mit neuen und gebrauchten Fahrzeugen lebt nach wie vor von dem unmittelbaren Zugang zur Ware in den Verkaufsräumen, von Probefahrten und vor allem von intensiver Beratung. Anders als die große Menge der Einzelhändler können die Autohäuser den Umfang ihres Warenlagers, also des Fahrzeugbestandes, nicht kurzfristig dem durch die Betriebsschließungen bedingten Absatzstopp anpassen.

Weiter heißt es, dass aufgrund von langfristigen Ziel- und Liefervereinbarungen mit den Fahrzeugherstellern und -Importeuren quellen die Höfe der Autohäuser seit Dezember über von Neufahrzeugen. Der Rückgang der Auslieferungszahlen von rund 12 Prozent in 2020 und die unkalkulierbare Perspektive für 2021 haben neben den Auswirkungen auf den Autohandel auch mittelbare Wirkung auf die in Mecklenburg-Vorpommern ansässige Automobilzuliefererindustrie mit etwa 100 Betrieben und über 5.000 Beschäftigten. Langfristinvestitionen, die von den Autohändlern gerade mit Blick auf die Verkehrswende für neue Fahrzeugtypen mit alternativer Antriebstechnik getätigt wurden, lassen sich nicht mehr amortisieren. Kreditlinien und damit die Liquidität vieler Betriebe sind in Gefahr.

Sollte dieser Zustand nicht kurzfristig beendet werden, droht dem ausschließlich klein- und mittelständisch organisiertem Autohandel das Aus. Zum zweiten Mal in Folge würde das extrem wichtige Frühjahrsgeschäft mit den absatzstärksten Monaten schwer getroffen. Schon bisher nutzten die Kunden auf dem Weg zum Autohaus nicht den ÖPNV, sondern legten die Strecke mit dem eigenen Fahrzeug zurück, in dem nach heutigen Erkenntnissen keinerlei Ansteckungsrisiko besteht. Autohäuser sind üblicherweise keine hochfrequentierten Räume. So verfügen Autohäuser über vergleichsweise große Ausstellungsräume, so dass die aktuellen Kon-taktbeschränkungen, bezogen auf die Fläche je Kunde mehr als übererfüllt werden könnten. Die Werkstattbereiche der Autohäuser seien zur Aufrechterhaltung der Mobilität ohnehin geöffnet. Ein wirksamer Schutz vor Infektionen sei mit den dort gesammelten Erfahrungen auch auf den Verkaufsbereich ohne Abstriche möglich. Mittels Terminvergabe könnte die ohnehin geringe Zahl von gleichzeitig anwesenden Kunden gezielt gesteuert werden. Begegnungen könnten so auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Zusätzliche Auflagen wie das Vorhalten und Tra-gen von FFP 2 Masken (alternativ mit KN95- oder N95-Masken) bei Verkaufsgesprächen oder Dienstleistungen und weitere Maßnahmen zur Steuerung des Kundenaufkommens sowie zur Desinfektion von Fahrzeugen stellen in der zugegeben schwierigen Pandemielage verantwortbare Alternativen dar. Wir haben durchaus Verständnis dafür, dass nicht alles sofort wieder möglich sein wird. Aber die betroffenen Betriebe müssen wissen, woran sie sind und unter welchen Bedingungen sie wieder arbeiten können, wenn sie in die Zukunft investieren sollen. Aus diesem Grund sollte die klare Perspektive aufgezeigt werden, dass bei Erfüllung der oben genannten Voraussetzungen die Wiederöffnung der Betriebe ab spätestens dem 15.02.2021 erfolgen kann.

Letzte Änderung: 09.02.2021Webcode: 0133092